Ein paar Worte.

Liebste Lesende,

Bevor ich mit dem eigentlichen Thema beginne, wollte ich noch einmal auf den letzten Blogeitrag zurückkommen. Ich hatte eine interessante Konversation mit einer Freundin, über das Thema Umwelt und wie wir ihr schaden bzw. nützen können. In diesem Rahmen habe ich mir eine Podcast-Folge zu genau diesem Thema angehört und stehe absolut hinter gesagten Dingen, die ich zum Teil versuche hier wiederzugeben (unten verlinke ich den Podcast). Es ist definitiv ein total schwieriges Thema und es gibt komplizierte Grauzonen und noch nicht ausdebattierte Themen. Außerdem, und genau darum geht es auch, gibt es ein bestimmtes  Konsumverhalten, das schnell missverstanden werden kann, wie bei Menschen, die denken, mit Bambuszahnbürsten die Welt retten zu können. Zu Beginn will ich sagen, dass ich weiterhin zu dem stehe, was ich geschrieben habe und dass es super wichtige Dinge sind, auf die es zu achten gilt! Trotz alledem gibt es da noch eine kleine Anmerkung zu machen, die ich eigentlich als Selbstverständlichkeit auffasse, die es aber natürlich nicht für alle Menschen ist, was ich respektiere und hiermit erklären möchte.

Im letzten Blogbeitrag schrieb ich darüber, was wir tun können, um unseren Planeten zu schützen, darunter waren Dinge aufgelistet, bei denen jeder individuell entscheiden kann, sie im Alltag zu integrieren oder zu verändern. Nun die Sache, die ich hierbei gerne noch einmal verdeutlichen möchte:

Unser Konsumverhalten hält nicht die Klimakrise auf und wir werden niemals allein damit den Planeten „retten“ können!

Durch unser nachhaltiges Konsumverhalten und viele auf Öko gemachte Produkte und Werbungen wird der Fokus des eigentlichen Problems verschoben und die vermeintlichen Öko Tipps lenken von der unfähigen Klimapolitik ab und versuchen dem Konsumenten weißzumachen, dass es in deren Möglichkeiten liegt, die Klimakrise durch verändertes und nachhaltiges Konsumverhalten aufzuhalten.

Bullshit!

Unser eigenes Konsumverhalten wird die Klimakrise nicht stoppen!

Politiker*innen im Bundestag oder in verschiedenen Ministerien können das. Es geht nämlich primär nicht darum, dass wir uns an das System anpassen und versuchen „das Beste“ draus zu machen, sondern es geht darum das System zu verändern, hin zu einer besseren (Klima)Politik. Und das wird nicht erreicht, indem wir nur noch Bambuszahnbürsten kaufen und kein Fleisch mehr essen, sondern indem wir auf die Straße gehen, aktiv gegen die Politik demonstrieren und uns hunderten Aktivist*innen anschließen, damit die Politik endlich ihren Arsch hochkriegt.

Wir, von der Wirtschaft als reine Konsumenten reduziert, haben einen total begrenzten Spielraum, der es uns nämlich eben nicht möglich macht, mit unserem Konsumverhalten den Planeten zu retten. Es gibt immer noch viel zu viele Faktoren, über die wir keine Macht haben. Wie zum Beispiel den Bau von Autobahnen oder den Einfluss von supergroßen Ölgiganten oder den immensen Stromverbrauch staatlich geführter Einrichtungen, wie Universitäten oder Hochschulen. Über so etwas hat eben nur die Politik Macht.

Es geht nicht darum, dafür zu sparen, bestimmte nachhaltige Produkte zu kaufen, sondern dafür zu kämpfen, dass ebendiese Produkte zum Standard Sortiment gehören und nicht hinter verbilligten Massenprodukten verschwinden. Es geht nicht primär darum, sich krampfhaft vegetarisch zu ernähren, sondern dafür aktiv einzustehen, dass die Massentierhaltung abgeschafft wird.

Viele sagen dann immer: „Ja, aber wenn wir alle kein Fleisch mehr essen würden, dann…“. Ja, das mag stimmen, aber das wird in der Realität niemals möglich sein! Denn bevor wir uns über die Familie vor uns an der Kasse aufregen, die riesige Plastiktüten mit Billigfleisch auf dem Band liegen hat, sollten wir lieber dafür kämpfen, dass es ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, damit sich ebendiese Familie, die kein Geld für mehr hat, ein nachhaltigeres Konsumverhalten leisten kann!

Trotzdem ist es wichtig das in deinem Rahmen Mögliche zu tun! Beim Einen ist es nur der Jute Beutel der beim Einkaufen hervorkommt und beim Anderen sind es die monatlich tausend Euro Spenden an wasweißichwohin, plus einen Kühlschrank voller Bioprodukte, plus eine vegane Ernährungsweise. Wir haben nicht alle die gleichen Mittel und für manche Menschen ist es unumgehbar Langstreckenflüge zu fliegen oder Nicht-Bio-Produkte zu kaufen.

Wir sollten nicht vergessen, dass wir nicht nur Konsumenten in dieser Welt sind. An erster Stelle sind wir eigenständige Menschen, die über ihr Konsumverhalten hinaus Dinge verändern können!

Die im letzten Blogbeitrag angesprochene Kommunikation ist dabei das Wichtigste! Das Reden über unser Verhalten und Animieren unserer Mitmenschen, zum Beispiel zur Partizipation am nächsten Klimastreik oder zur Teilnahme an verschiedenen Petitionen.

Kommunizieren, inspirieren, aufmerksam machen und kämpfen!

Because there is no planet B!


mediale Schnelllebigkeit

Kommen wir zum eigentlichen Thema, was mich nun schon eine ganze Weile beschäftigt!

Erinnerst du dich noch an die Brände in Australien letztes Jahr? Erinnerst du dich noch an Fridays for Future und die „Ende Gelände“ Bewegung überall in den Medien? Erinnerst du dich noch an die riesige Explosion in Beirut? Erinnerst du dich noch an die Einführung des Abtreibungsgesetzes in Polen?

Was ist aus all dem geworden? Brennt Australien immer noch? Wie leben die Menschen, die ihren Wohnraum durch die Explosion verloren haben, jetzt? Was ist aus dem Gesetz geworden, demonstrieren die Leute immer noch?

All das wird überschattet von einer globalen Pandemie, die zwar in keinem Fall weniger wichtig, gefährlich oder ausschlaggebender ist, aber doch wie ein Radiergummi auf andersartig drastische Situationen wirkt. Und das macht die mediale Welt so gefährlich. Wir werden mit brandaktuellen Themen zugestopft, bis nach zwei Wochen die „nichtmehraktuellnichtmehrwichtig“-Glocke läutet und die nächsten Themen vor der Tür stehen. Jetzt ist Covid-19 ein ständig überrepräsentiertes Thema der Nachrichtenportale und ich finde kaum noch das Ende von Problemen, deren Anfang ich nur kenne.

Denn die Buschbrände in Australien dauern immer noch an. Das Abtreibungsgesetz wurde trotz immenser (immer noch aktiver) Proteste verabschiedet. Aktivist*innen kämpfen härter denn je für den Klimaschutz und neben einer globalen Pandemie herrschen immer noch Kriegszustände in Afghanistan, Syrien, Libyen, im Iran und der Ukraine.  

Was ich damit sagen will…

…ist, dass man dagegen wenig tun kann. Das ist nun mal eben die mediale Schnelllebigkeit unserer Zeit…die ja auch ihre guten Seiten hat. Und doch gibt es da etwas Kleines, was man ganz individuell tun kann…:

Lass dich vom medialen Strom nicht immer mitreißen. Verfolge Probleme, die dir wichtig sind, die es wert sind zu teilen und zu verbreiten. Kratze nicht nur an der Oberfläche, sondern schau über den Tellerrand hinaus! Das interessante liegt meistens hinter den Schlagzeilen😉

Ciao.

Podcast: Spotify – 3 Ökotipps, mit denen wir das Klima retten… nicht! – 1,5 Grad – der Klima-Podcast mit Luisa Neubauer | Podcast auf Spotify

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