Boys don’t cry.

Männer weinen nicht. Mädchen mögen pink. Frauen kümmern sich um den Haushalt. Jungs spielen nicht mit Puppen und ziehen keine Kleider an. Frauen sind leise und halten sich im Hintergrund. Männer müssen stark sein. (…)

Oder?

Ich meine, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Das ist einfach unsere Natur.

Oder?  

Liebste Lesende,

solch sexistische Rollenbilder sind mittlerweile hochdiskutierte Themen, gegen die u.a. in bürgerlichen Streikbewegungen und mittlerweile auch (zum Teil) in der Politik stark angekämpft wird, obwohl sie immer noch in vielen Teilen der Weltbevölkerung eine Selbstverständlichkeit darstellen. Seltsam, wenn man bedenkt, dass eben diese Rollenbilder alles andere als natürlich sind, sondern sogenannte gesellschaftliche Konstrukte.

Aber was bedeutet das überhaupt? Woher kommen diese Konstrukte und welche Auswirkungen haben sie? Inwieweit entsprechen sie der Wahrheit und inwieweit sind sie einfach nur Bullshit?

Es ist unumstößlich, dass Frauen in der Geschichte der Menschheit unterdrückt, objektifiziert und sexualisiert wurden. Seitdem haben wir viel erreicht, wissen auf der anderen Seite aber auch genau, dass es noch viel zu tun gibt und wir weiterkämpfen müssen. Dass sexistische Rollenbilder genauso bei Männern gelten, fällt dabei meistens hinten runter. Denn obwohl Männer eindeutig eine Machtstellung innehatten (oder haben), so ist es doch genauso falsch anzunehmen, Männer müssen pauschal immer stark sein, sich durchsetzen, nie weinen, wenig reden, keine Gefühle zeigen, das Geld für die Familie ranschaffen und immer den ersten Schritt machen.

Mittlerweile ist es in den meisten Ländern normal, dass Frauen Hosen tragen, aber was ist, wenn Männer Kleider oder Röcke tragen? Es ist normal, dass kleine Mädchen auch mal blau anhaben und mit Bauklötzen spielen, aber Jungs in rosa und mit Puppen? Zwei nicht so sehr normale Bilder, oder?

Das sollten sie aber sein! Denn weder Kleidung noch Farben haben Geschlechter. Oder etwa doch?!

Ich denke, das Problem dahinter ist, dass die gesellschaftlich-kulturellen und politischen Probleme bei Frauen offensichtlicher sind (eigentlich). Stupide und auf das Grundsätzlichste heruntergebrochen, nehmen Frauen in der Geschichte die Opferrolle und Männer die Täterrolle ein. Das es den Opfern schlecht ergeht, ist ganz klar, aber den Tätern?!

So einfach ist es ja aber nicht, ich denke nur, dass es sich viele Menschen so einfach machen. Ein Grund dafür, dass Feminismus oft falsch verstanden wird.

Rein biologisch gesehen, ist es bewiesen, dass Männer im Durchschnitt mehr Muskelmasse als Frauen haben. Sie können im Durchschnitt also auch schneller mehr körperliche Arbeit leisten (was in der Vergangenheit durchaus auch seine Vorteile hatte). Da der Mensch zur Verallgemeinerung neigt, weil dies nun mal der leichteste und unkomplizierteste Weg ist, kann es schnell dazu führen, dass ALLE Männer stärker sein müssen als Frauen. Und was geht mit Stärke einher? Unkaputtbar sein, hart sein, keine Emotionen zeigen, blablabla. Und das haben dann ALLE Männer und auf der anderen Seite KEINE Frau. Und schon hat sich die Gesellschaft was richtig Schönes zusammengebacken. Tadaa! (diese Erkenntnis basiert allein auf meinen Schlussfolgerungen, nichts davon ist wissenschaftlich bewiesen😉)

Der Mainstream redet uns ein, wir seien alle Individuen und individuell und bla, und auf der anderen Seite steckt er uns in Schubladen oder stößt uns mit in den Strom. In einen Strom voller „Du bist das, dann musst du dich so und so verhalten“ und „ du bist das , dann ist das und das ein no go!“ und „Sei ein Mann!“ und „Sei keine Pussy!“

Hallo?!

Zeig deine Emotionen! Oder lass es bleiben! Sei stark oder lass es bleiben! Sei ein Mann, eine Frau, sei beides oder nichts oder was ganz Neues! Häng dich nur nicht an Jahrtausend alten Rollenbildern auf, deren Haltbarkeitsdatum schon zur Zeit der ÄgypterInnen* abgelaufen war.

Punkt.

Kleiner, freundlicher Reminder:  

Feminismus bedeutet nicht, Frauen müssen auf dieselbe Ebene wie Männer gehoben werden, Feminismus bedeutet, dass jeder Mensch frei ist in dem, zu tun und zu lassen was man will. Und damit meine ich frei in jedem Sinne.


BUCHEMPFEHLUNG! Zum Ende dieses Beitrages möchte ich eine Buchempfehlung machen. Ich hatte sie schon in einem ehemaligen Beitrag erwähnt, mache es aber mit Freuden noch einmal. Das Buch „Boys dont cry“ ist von Jack Urwin und befasst sich eben mit dieser maskulinen Toxizität und Stereotypen, die schon seit eh und je überfällig sind.


Ciao.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: