warum wir Feminismus brauchen und #wegmit218

Es ist so fucking schwierig.

Ich bin so krass wütend über so viel sexistische Kackscheiße auf dieser Welt und will das endlich mal in Worte fassen und ne Message rüberbringen, aber auf dem Papier klingt alles wie 0815 Kacke.

Und ich weiß nie, wo ich überhaupt anfangen soll. Ich würde mega gerne Bewusstsein schaffen, für politische Themen, wie Feminismus im Allgemeinen, oder sexuelle Gewalt, Gender, wie Frauen auch noch im 21. Jahrhundert sexualisiert werden und ein homosexueller Mann, erst letzte Woche auf einer Straße in England von homophoben Arschlöchern niedergeschlagen wurde.

Es gibt so viele Enden und so viele Anfänge und am Ende sitze ich nur da und starre in die Luft.

Und dann schreibe ich so Listen, wie: Warum wir Feminismus brauchen.

Das sieht dann ungefähr so aus:

Warum wir Feminismus brauchen.

  • Weil Frauen für denselben Job nicht die gleiche Bezahlung wie Männer bekommen.
  • Weil drei Drittel aller (in Studien befragten) Frauen Opfer von sexueller Belästigung und ein Drittel davon, Opfer von sexueller Gewalt (fast ausschließlich von Männern) waren.
  • Weil homosexuelle Beziehungen und/oder Eheschließungen noch nicht in allen Ländern legal sind und in manchen sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.
  • Weil Frauen in Führungspositionen weiterhin unterbesetzt sind.
  • Weil Männern in Kleidern immer noch nicht zur „Normalität“ gehören.
  • Weil Mädchen und Jungen teilweise aufgrund ihres Geschlechts erzogen werden.
  • Weil es immer noch zur hetero-Normativität gehört, dass man eine Familie gründet und Kinder bekommt.
  • Weil Abtreibung noch nicht in allen Ländern (auch in Deutschland nicht komplett) legal ist.

(…)

Und das ist ja alles schön und gut und vielleicht konnte ich jetzt einigen ein „oh krass, dass hätte ich jetzt aber nicht gedacht.“ entlocken, aber das wars dann auch.

Fang einfach an, egal wo, schreie ich mich selbst an. Der Stein wird dann schon ins Rollen kommen. Hör nur endlich mit diesem blöden Drumrumgesülze auf.

Ok. Ok.

Also fange ich an. Und ich beginne mit einem Thema, was mir selbst erst kürzlich so wirklich bewusst geworden ist: Abtreibung ist in Deutschland illegal.

WTF?

Ja, tatsächlich. Der Artikel §218 im Strafgesetzbuch macht einen Schwangerschaftsabbruch illegal. Es gibt einzelne Ausnahmen, die diesen Artikel harmloser aussehen lassen, als er eigentlich ist. So ist es zum Beispiel legal, wenn man eine medizinische oder eine kriminologische Indikation vorlegen kann (man also z.B. nach einer Vergewaltigung schwanger geworden ist). Außerdem ist die Abtreibung unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Dies gilt z.B., wenn der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Schwangerschaftswoche geschieht, man sich drei Tage vorher ausführlich beraten lassen hat und der Eingriff von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird. In allen anderen Fällen, kann eine Abtreibung zu hohen Geldstrafen und sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren führen.

Mehr dazu kannst du gerne auf dieser Seite lesen: Straffreie Abtreibung: § 218a StGB | Pro Femina e.V. Hier sind auch nochmal die Artikel aufgelistet.

Ey, krass!! Das bedeutet, wenn ich ungewollt schwanger werde und, was nicht in seltenen Fällen passiert, es erst kurz nach Woche 12 erfahre und abtreiben lasse, kann ich dafür ins Gefängnis gehen?

Yep.

Soweit wird es wahrscheinlich nur in seltenen Fällen kommen, da das medizinische Personal natürlich nicht dazu befugt ist, aber schon allein das…

Warum ist das Verbot von Abtreibungen denn überhaupt so schlimm?

Nun ja, einerseits ist es dein Körper und somit auch deine, und allein deine, Entscheidung, was du mit ihm machst. Und das hat nichts mit „Mord“ zu tun (wie einige argumentieren würden), sondern mit einer verantwortungsvollen Entscheidung gegenüber der eigenen Zukunft und der des Kindes. Es gibt niemanden, der dir diesbezüglich irgendwas vorzuschreiben hat.

Wer eine Schwangerschaft nach der 12. Woche wirklich abbrechen will, schafft das auch. Ob von irgendeiner*einem Bekannten oder über Kontakte im Internet ist egal, auf jeden Fall nicht mehr von medizinischem Personal. Das Risiko, welches die Schwangere Person hierbei eingeht, ist ganz offensichtlich.

Also warum zur Hölle legalisiert man Abtreibung nicht komplett? Ist ja nicht so, dass wir gerade an Unterpopulation leiden und alle erstmal eine Abtreibung vornehmen lassen…

Momentan finden viele Proteste statt, die die bedingungslose Streichung des Artikels §218 fordern. Auf Change.org kannst du auch eine Petition mit selbigen Forderungen unterschreiben.

Hier der Link: Petition · Schwangerschaftsabbrüche & Aufklärung legalisieren, jetzt! · Change.org

Das wars soweit, bei Fragen, Anmerkungen und/oder Wünschen, schreibt mir gerne 🙂

Ciao.

3 Kommentare zu „warum wir Feminismus brauchen und #wegmit218

  1. ja das ist echt so krank. man muss sich mal vorstellen, dass es irgendwelchen Leuten gelungen ist Wirkstoffe zu finden (Misoprostol &Mifepriston) die es möglich machen eine Früschwangerschaft mit ziemlich hoher Sicherheit selbst abzubrechen, also sozusagen durch die Einnahme eine gewünschte Fehlgeburt auszulösen. Und dann lebt man aber in einer Welt in der beschlossen wurde, diese Medikamente nicht etwa frei zugänglich in Apotheken zu verkaufen, wo sie meiner Meinung nach selbstverständlich hin gehören. Nein, man sorgt lieber dafür, dass die Leute die sie am ehesten brauchen, nämlich ungewollt Schwangere, keinen (oder maximal erschwerten) Zugang dazu haben. Das ist einfach so traurig.

    Gefällt mir

    1. Hey:) Danke für deinen Kommi!
      bei diesem Medikament finde ich es schwierig, es rezeptfrei in einer Apotheke zu verkaufen, da es gewisse (auch schwerwiegende) Risiken und Nebenwirkungen hat. Ich finde es tatsächlich durchaus wichtig, dass Abtreibungen in ärztlicher Aufsicht passieren, es ist nur so traurig, dass es in so vielen Fällen nicht straffrei ist. Das ist einfach nur Bullshit!! Man sollte dieses Gesetz ein für alle Mal abschaffen, so dass Menschen mit einer ungewollten Schwangerschaft ohne Angst vor Konsequenzen, eine Abtreibung vornehmen lassen können und es nicht entweder gezwungen austragen oder im schlimmsten Fall unhygienisch und unprofessionell abtreiben müssen.
      🙂

      Gefällt 1 Person

      1. stimmt, darüber hab ich noch gar nie nachgedacht ob es dann (irgendwann in Zukunft wenn es mal so weit sein sollte) sinnvoll ist die Abtreibungspillen rezeptfrei zugänglich zu machen oder nicht. Mit deinen Argumenten hast du schon recht, eine ärztliche Aufsicht wär nicht verkehrt. Andererseits hätte ich persönlich trotzdem ganz gern diese Medikamente jederzeit griffbereit bei mir daheim, um immer zu wissen, ich hab die Wahl und das Mittel in eigener Hand… aber gut, vielleicht sind nachfolgende Generationen die nicht unter §218a aufwachsen, dahingehend nicht so verstört/geprägt und es würde für die keinen Unterschied machen ob sie es rezeptfrei kriegen oder eben sich kurz ein Rezept geben lassen. Das kann man ihnen jedenfalls nur wünschen. Bis Abtreibungen soweit entstigmatisiert sind, fände ich es cool wenn Hebammen auch dafür zuständig wären, und man wahlweise zuhause, in Geburtshäusern oder Kliniken eine Schwangerschaft abbrechen kann und Hebammenbetreuung bekommt. (Also sprich einfach die Gleichbehandlung von Abbrüchen und natürlichen Fehlgeburten)

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